Maßmöbel Werkstatt-Notiz

Raumteiler ohne Bohren: Stahl-Glas-Systeme im Überblick

Manufaktur X Redaktion · 22. Juli 2026 · 12 Minuten Lesezeit · Werkstatt Regensburg
Raumteiler ohne Bohren: Stahl-Glas-Systeme im Überblick

Raumteiler ohne Bohren: Stahl-Glas-Systeme im Überblick

Wer in der Schweiz einen Stahl-Glas-Raumteiler plant, steht vor drei Fragen gleichzeitig: Was erlaubt das Mietrecht, was trägt der Untergrund wirklich, und welches Klemmsystem hält das Glasgewicht dauerhaft sicher? Dieser Ratgeber geht alle drei Punkte durch - mit konkreten technischen Werten, damit Sie vor der Konfiguration wissen, welches System zu Ihrer Decke, Ihrem Boden und Ihren Raumabmessungen passt.

Eine fest montierte Stahl-Glas-Trennwand mit schwarzem Stahlrahmen und mehreren Glasfeldern unterteilt einen hellen Wohnraum von einem Ess- und Küchenbereich. Die Trennwand erstreckt sich über die gesamte Raumbreite und verfügt über keine Griffe oder Scharniere. Im Vordergrund sind ein Sofa, ein run
Eine fest montierte Stahl-Glas-Trennwand mit schwarzem Stahlrahmen und mehreren Glasfeldern unterteilt einen hellen Wohnraum von einem Ess- und Küchenbereich. Die Trennwand erstreckt sich über die gesamte Raumbreite und verfügt über keine Griffe oder Scharniere. Im Vordergrund sind ein Sofa, ein run

Was darf ich in der Mietwohnung - und was nicht?

Mietrecht in der Schweiz: Die Ausgangslage

Die Schweiz hat mit rund 60 % Mieteranteil eine der höchsten Mieterquoten Europas. Entsprechend relevant ist die Frage, was in einer Mietwohnung baulich verändert werden darf. Nach Schweizer Mietrecht (OR Art. 260a) sind bauliche Veränderungen grundsätzlich nur mit schriftlicher Zustimmung des Vermieters erlaubt - und müssen bei Mietende in der Regel rückgängig gemacht werden. Dübellöcher in Wänden, Böden oder Decken fallen klar in diese Kategorie.

Ein bohrfreier Raumteiler hingegen gilt mietrechtlich als Einrichtungsgegenstand, nicht als baulicher Eingriff. Klemmsysteme, die auf Reibungskraft zwischen Boden und Decke beruhen, oder freistehende Konstruktionen mit ausreichendem Eigengewicht hinterlassen keinerlei Spuren. Sie können ohne Voranmeldung aufgestellt und bei Auszug spurlos mitgenommen werden - kein Handwerker, keine Auseinandersetzung mit dem Vermieter.

In Altbauten aus der Gründer- oder Jahrhundertwendezeit - wie sie in Zürich, Basel oder Bern häufig anzutreffen sind - empfiehlt sich bei denkmalgeschützten Objekten trotzdem eine kurze schriftliche Rückfrage beim Vermieter oder der Hausverwaltung. Nicht weil es rechtlich zwingend wäre, sondern weil es Klarheit schafft und eventuelle Missverständnisse bei der Wohnungsabgabe vermeidet.

Rückbau bei Mietende: Was bohrfreie Systeme wirklich wert sind

Eine fest verankerte Glastrennwand mit Dübeln in Decke oder Wand verursacht bei Mietende einen erheblichen Aufwand: Demontage durch einen Handwerker, Spachtelarbeiten, Malerarbeiten - in der Schweiz bei Handwerkerlöhnen von CHF 90 bis 130 pro Stunde schnell ein vierstelliger Betrag. Ein bohrfreier Stahlrahmen-Raumteiler lässt sich dagegen von zwei Personen in 30 bis 60 Minuten demontieren, ohne Werkzeug und ohne Folgeschäden. Das Möbelstück bleibt vollständig erhalten und kann im neuen Zuhause wieder aufgestellt werden - vorausgesetzt, die Raumhöhe liegt innerhalb der konfigurierten Toleranz.

Ein Beispiel aus der Praxis: In einer Gründerzeit-Wohnung in Zürich mit 3,20 m Deckenhöhe wurde ein Stahlrahmen-Raumteiler mit VSG-Verglasung und Boden-Decke-Klemmung auf Betondecke realisiert - bohrfrei, spurlos demontierbar. Bei einem späteren Umzug wurde das Stück komplett mitgenommen und im neuen Wohnort erneut aufgestellt.

Langfristiger wirtschaftlicher Vorteil: Mitnehmbar ist mehr wert

Eine fest eingebaute Glastrennwand ist nach dem Einbau ortsgebunden - für einen neuen Standort wertlos. Ein bohrfreier Massrahmen aus Stahl ist ein transportables Möbelstück: mitnehmbar beim Umzug, einsetzbar in einem anderen Raum, bei Bedarf weiterverkaufbar. Dieser wirtschaftliche Aspekt wird bei der Gesamtkostenbetrachtung regelmässig unterschätzt. Wer heute CHF 1'200 in einen massgefertigten Raumteiler investiert, hat in fünf Jahren noch dasselbe Möbelstück - unabhängig davon, wie oft er umgezogen ist.

Klemmsystem oder Eigengewicht: Welche Konstruktion ist die richtige?

Boden-Decke-Klemmung: Wie sie funktioniert

Das Prinzip einer Boden-Decke-Klemmung ist mechanisch präzise: Eine Gewindespindel in der Fussplatte des Stahlrahmens wird gegen den Boden gespannt, ein Gegenstück am Kopf des Rahmens drückt gegen die Decke. Die entstehende Reibungskraft hält den Rahmen in Position - ohne einen einzigen Dübel. Bei korrekter Montage und massivem Untergrund ist dieses System für Stahlrahmen mit Glasfüllung bis 180-220 kg ausreichend dimensioniert. Realisierbar ist es bei Raumhöhen bis etwa 3.500 mm.

Entscheidend ist dabei die Wahl des Untergrunds. Das System funktioniert zuverlässig auf:

  • Stahlbetondecken (typisch in Schweizer Mehrfamilienhäusern ab den 1960er-Jahren)
  • Vollziegeldecken (häufig in Gründerzeit- und Jahrhundertwendebauten)
  • Massiven Holzbalkendecken mit nachgewiesener Tragfähigkeit

«Bohrfreie Befestigungssysteme sind kein Kompromiss - für viele Altbausituationen sind sie die statisch sinnvollere Lösung, weil sie keine Schwächung der Deckenkonstruktion durch Dübellöcher verursachen.»

Dipl.-Ing. Markus Frei, Innenarchitekt, Fachtagung Innenausbau 2023

Vorsicht bei Trockenbaudecken

Boden-Decke-Systeme drücken mit mehreren hundert Newton gegen die Decke. Gipskartonplatten - in Schweizer Neubauten und Altbausanierungen weit verbreitet - sind für diese Klemmlasten schlicht nicht ausgelegt. Die Platten können sich verformen oder durchdrücken, wodurch die Klemmfläche verloren geht und der gesamte Raumteiler seine Stabilität verliert.

«Klemmsysteme für Boden-Decke-Montage sind nur auf massiven Untergründen zuverlässig einsetzbar. Auf Trockenbauelementen oder Hohlkörperdecken verlieren sie unter dynamischer Last ihre Klemmwirkung.»

ift Rosenheim, Merkblatt Glaskonstruktionen im Innenausbau, Ausgabe 2021

Schäden an einer Gipskartondecke können im Einzelfall teurer sein als der Raumteiler selbst. Wer seine Deckenstruktur nicht mit Sicherheit kennt, sollte vor der Bestellung klopfen: Eine Betondecke klingt dumpf und massiv, eine Trockenbaukonstruktion hohl und leicht.

Eigengewichtsstabilisierung: Die richtige Lösung bei problematischem Untergrund

Wo eine Deckenklemmung nicht möglich ist - bei Gipskartondecken, bei Holzbalkendecken mit unzureichender Tragfähigkeit oder bei Böden mit Fussbodenheizung - ist die Eigengewichtsstabilisierung die technisch korrekte Alternative. Ab einem Gesamtgewicht von rund 120 kg und einer Fussplattenbreite von mindestens 600 mm steht ein freistehender Stahlrahmen-Raumteiler standsicher, ohne jede Verbindung zur Decke.

Ein Praxisbeispiel aus einer Zürcher Altbauwohnung aus den 1970er-Jahren: Die Holzbalkendecke bot keine ausreichende Klemmfläche für ein Boden-Decke-System. Die Lösung war ein freistehender Raumteiler mit 120 kg Eigengewicht und 600 mm tiefer Stahlbasis - ohne Deckenberührung, vollständig stabil. In einem Berner Loft-Büro wurden drei solche freistehenden Trennwände als Homeoffice-Abtrennung realisiert: auf Estrich mit Fussbodenheizung, mit Breitstahl-Fussplatten auf Lastverteilungsplatten aus 6 mm Stahl.

Glasdicke und maximale Bauhöhe

ESG (Einscheiben-Sicherheitsglas) ist ab 8 mm Dicke selbsttragend bis etwa 2.200 mm Höhe. Innerhalb dieser Grenze nimmt der Glasrahmen das Eigengewicht der Scheibe sicher auf. Darüber - wie es in Gründerzeit-Wohnungen mit Raumhöhen von 3,00 bis 3,50 m regelmässig vorkommt - wird entweder VSG (Verbund-Sicherheitsglas) oder eine vollständig ausgesteifte Stahlrahmenkonstruktion notwendig. Diese Grenze ist keine Empfehlung, sondern ergibt sich aus der Biegezugfestigkeit des Glases. Wer in einem Altbau mit 3,20 m Deckenhöhe einen raumhohen Raumteiler plant, kommt an VSG oder einem ausgesteiften Stahlrahmen nicht vorbei.

Eine schwarze Stahl-Glas-Trennwand mit mehreren Feldern trennt einen Flurbereich von einem hellen Wohnzimmer. Die Konstruktion besteht aus einem schwarzen Stahlrahmen mit Sprossen und klaren Glasflächen, ohne sichtbare Griffe oder Scharniere. Durch die Verglasung ist ein skandinavisch eingerichtetes
Eine schwarze Stahl-Glas-Trennwand mit mehreren Feldern trennt einen Flurbereich von einem hellen Wohnzimmer. Die Konstruktion besteht aus einem schwarzen Stahlrahmen mit Sprossen und klaren Glasflächen, ohne sichtbare Griffe oder Scharniere. Durch die Verglasung ist ein skandinavisch eingerichtetes

Untergrund und Lastverteilung: Was Ihr Boden tragen muss

Gewichtsberechnung und Flächenpressung

Ein Stahlrahmen-Raumteiler mit 3 m Breite und 2,4 m Höhe wiegt je nach Glasdicke und Rahmenprofil zwischen 180 und 220 kg. Dieses Gewicht verteilt sich nicht grossflächig, sondern konzentriert sich auf die Aufstandsflächen der Fussplatten. Zwei Fussplatten mit je 300 x 400 mm, die zusammen 200 kg tragen, erzeugen eine Flächenpressung von rund 83 kg pro Fussplatte - auf einem Betonboden unproblematisch, auf einem schwimmend verlegten Parkett oder einem Estrich über Fussbodenheizung jedoch eine Grösse, die vorab geprüft werden sollte.

«Die häufigste Fehlerquelle bei freistehenden Glastrennwänden ist nicht das Glas selbst, sondern die Unterschätzung der Bodentragfähigkeit bei punktueller Belastung durch Klemmfüsse.»

Institut für Bautechnik Berlin (DIBt), Prüfbericht Innenausbau, 2022

Holzbalkendecken: Vorsicht bei der Klemmkraft

Holzbalkendecken in Schweizer Altbauten vor 1950 tragen typischerweise 150-200 kg/m² Nutzlast. Das klingt nach viel - bis man die Geometrie betrachtet. Ein Klemmfuss mit 300 x 400 mm Aufstandsfläche (0,12 m²), der 100 kg trägt, erzeugt eine Flächenpressung von rund 833 kg/m². Das überschreitet die zulässige Nutzlast bei Weitem. Bei Holzbalkendecken empfiehlt sich entweder die Eigengewichtsstabilisierung ohne Deckenklemmung - oder eine Beurteilung durch einen Statiker, der die tatsächliche Tragfähigkeit der Balkenkonstruktion kennt.

Fussbodenheizung: Was viele vergessen

Fussbodenheizung im Estrich ist in Schweizer Neubauten und sanierten Wohnungen weit verbreitet. Sie bringt eine spezifische Herausforderung mit sich: Dehnungsfugen im Estrich dürfen nicht durch Klemmfüsse überbrückt oder belastet werden, da dies zu Rissen führen kann. Die Lösung ist eine Lastverteilungsplatte aus 6 mm Stahl (ca. 500 x 500 mm), die zwischen Fussplatte und Estrich eingelegt wird. Sie verteilt die Punktlast auf 0,25 m² und reduziert die Flächenpressung auf ein für Estrichkonstruktionen verträgliches Mass. Dehnungsfugen bleiben unbelastet, der Raumteiler steht stabil.

Temperaturschwankungen und Klemmkraft

Betondecken dehnen sich bei Temperaturveränderungen aus und ziehen sich zusammen. In der Schweiz - mit kalten Wintern und warmen Sommern - kann die Raumhöhe im Verlauf einer Heizsaison um 1 bis 3 mm schwanken. Für das Auge unsichtbar, für ein reibungskraftbasiertes Klemmsystem aber erheblich. Günstige Klemmsysteme aus dem Baumarkt, die für Vorhangstangen konzipiert sind, verlieren bei dieser Längenänderung ihre Klemmwirkung vollständig. Qualitätssysteme mit nachziehbaren Gewindespindeln kompensieren diesen Effekt - setzen aber einen Nachzieh-Termin nach 6-8 Wochen voraus. In dieser Einlaufphase verlieren Klemmsysteme durch Setzungseffekte und Temperaturschwankungen bis zu 15 % ihrer ursprünglichen Klemmkraft.

Eine schwarze Stahl-Glas-Trennwand mit mehreren Glasfeldern unterteilt einen hellen Wohnraum von einem dahinterliegenden Esszimmer. Die Trennwand besteht aus drei breiten Feldern mit horizontalen Sprossen und hat eine mittige Durchgangsöffnung ohne Türblatt. Weder Griffe noch Scharniere sind sichtba
Eine schwarze Stahl-Glas-Trennwand mit mehreren Glasfeldern unterteilt einen hellen Wohnraum von einem dahinterliegenden Esszimmer. Die Trennwand besteht aus drei breiten Feldern mit horizontalen Sprossen und hat eine mittige Durchgangsöffnung ohne Türblatt. Weder Griffe noch Scharniere sind sichtba
Raumteiler - 3D-konfigurator, Manufaktur X
Raumteiler

Schritt für Schritt: Montage ohne Handwerker

Messen - der häufigste Fehler liegt hier

Der häufigste Grund, warum ein massgefertigter Raumteiler nicht passt, ist keine Produktionsfehler - es ist eine falsche Messung. Die Raumhöhe muss an mindestens drei Punkten gemessen werden: links, mittig und rechts der geplanten Aufstellposition. In Gründerzeit-Altbauten und Bauten aus den 1970er-Jahren sind Abweichungen von 5 mm und mehr zwischen diesen Messpunkten keine Seltenheit - schräge Decken, unebene Böden, Fussleisten unterschiedlicher Höhe. All diese Details müssen bei einer Maßanfertigung in die Konfiguration einfliessen.

  • Raumhöhe an drei Punkten messen (links, Mitte, rechts) - Abweichungen über 5 mm dokumentieren
  • Deckenstruktur bestimmen: Beton, Trockenbau oder Holzbalken
  • Fussleistenhöhe, Heizkörper und Dehnungsfugen im Boden festhalten
  • Fotos der Einbausituation anfertigen - schräge Wände, Stuckkanten und Vorsprünge mit abbilden

Bei Manufaktur X geben Sie Ihre exakten Wunschmasse ein - nicht das Rohbaumass oder die Wandöffnung, sondern die tatsächliche Lichtmasse, die Sie benötigen. Das 3D-Konfigurator-Tool zeigt Ihnen das Ergebnis in Echtzeit und berechnet den Preis sofort.

Montagereihenfolge: Worauf es ankommt

Die Montage eines Boden-Decke-Klemmsystems folgt einer festen Reihenfolge. Zunächst wird der Stahlrahmen ohne Glasfüllung an der vorgesehenen Position aufgestellt und mit einem Richtscheit sowie einer Wasserwaage in beiden Achsen auf Lotrechte geprüft. Abweichungen von mehr als 2 mm pro Meter führen langfristig zu Spannungsrissen im Glas. Erst wenn der Rahmen exakt im Lot steht, werden die Gewindespindeln gleichmässig angezogen - mit einem Anzugsmoment von rund 15 bis 20 Nm. Nach dem Anziehen ist das Lot erneut zu kontrollieren, da das Spannen der Spindeln den Rahmen minimal verschieben kann. Erst danach wird das Glas eingesetzt.

Glaseinbau: Gewicht unterschätzen ist gefährlich

Eine ESG-Scheibe mit 1 m x 2 m bei 10 mm Dicke wiegt rund 25 kg. Klingt handhabbar - ist es ohne Hilfsmittel aber nicht. Eine Scheibe dieser Grösse lässt sich nicht sicher mit blossen Händen in einen Stahlrahmen einsetzen, ohne die Glaskante zu beschädigen. Kantenbeschädigungen sind die häufigste Ursache für Glasbruch nach der Montage. Ein Glasheber (Vakuumsauger) mit mindestens 80 kg Tragkraft ist keine Empfehlung, sondern eine Sicherheitsanforderung. Der Einbau erfordert mindestens zwei Personen.

Ebenso zwingend ist das elastische Zwischenprofil aus EPDM oder Silikon zwischen Glas und Stahlrahmen. Direkter Metall-Glas-Kontakt erzeugt Mikrovibrationen und Spannungskonzentrationen an den Glaskanten - bei thermischer Belastung kann das bei ESG zu spontanem Glasbruch führen, einem Phänomen, das ohne Vorwarnung auftritt und durch korrekte Montage vollständig vermieden werden kann.

«ESG-Glas darf niemals ohne elastisches Zwischenprofil in metallische Rahmenkonstruktionen eingesetzt werden. Der direkte Kontakt führt zu Spannungsspitzen, die bei thermischer Belastung zum Spontanbruch führen können.»

Bundesverband Flachglas, Technische Richtlinie Glaseinbau im Wohnungsbau, 2022

Die Schutzfolie auf dem Glas sollte erst nach vollständiger Montage entfernt werden. Kratzer entstehen fast ausschliesslich während der Montage - nicht danach.

Abschlusstest und Wartungsintervall

Nach der Montage ist die Kippstabilität zu prüfen: Beide Hände an die Oberkante des Raumteilers legen und mit rund 30 kg seitlicher Kraft belasten. Kein System darf dabei mehr als 5 mm nachgeben. Gibt es mehr Bewegung, sind die Klemmspindeln nachzuziehen und das Lot erneut zu kontrollieren. Pflicht ist ausserdem ein zweiter Kontrolltermin nach 6 bis 8 Wochen: Klemmsysteme verlieren in der Einlaufphase durch Setzungseffekte und erste Temperaturschwankungen bis zu 15 % ihrer Klemmkraft. Ein einmaliges Nachziehen nach dieser Phase genügt; danach reicht eine jährliche Sichtkontrolle.

Klarglas oder Milchglas: Welcher Glastyp passt zu welchem Raum?

ESG als Standardwahl für Höhen bis 2.200 mm

ESG nach EN 12150 ist die Standardwahl für Glastrennwände bis 2.200 mm Höhe. Mit einer Biegezugfestigkeit von 120 N/mm² - rund viermal höher als die von Floatglas - ist es für die mechanischen Anforderungen eines Raumteilers im Wohnbereich ausreichend dimensioniert. Im Bruchfall zerfällt ESG in kleine, stumpfkantige Krümel ohne schwere Schnittverletzungen. Ab 8 mm Dicke ist es selbsttragend für freistehende Konstruktionen. Für Höhen bis 2.200 mm ist 8 mm die übliche Wahl; für grössere Formate empfiehlt sich 10 mm. Eine ESG-Scheibe 10 mm in der Grösse 1,2 m x 2,2 m wiegt rund 30 kg - ein Wert, der die Wahl der Montagehilfen direkt beeinflusst.

Wann VSG die bessere Wahl ist

VSG besteht aus zwei oder mehr Glasschichten, die durch eine PVB-Folie verbunden sind. Im Bruchfall hält die Folie die Scherben zusammen - das Glas bricht, bleibt aber in seiner Fläche. Ab 2.200 mm Höhe ist VSG oder eine ausgesteifte Stahlrahmenkonstruktion zwingend erforderlich. Darüber hinaus bietet VSG einen messbaren akustischen Vorteil: VSG 6/6 mm mit PVB-Folie erreicht einen Schalldämmwert (Rw) von bis zu 42 dB - gegenüber rund 35 dB bei ESG 10 mm. Für ein Homeoffice in einem offenen Grundriss, wie er in Schweizer Loft-Wohnungen oder umgebauten Gewerbeflächen häufig vorkommt, sind diese 7 dB hörbar relevant. Der Aufpreis gegenüber ESG beträgt je nach Scheibengrösse und Glasaufbau rund 20 bis 35 %.

Klarglas vs. Satinato: Pflegeaufwand und Privatsphäre

Klarglas maximiert die Lichtdurchlässigkeit und lässt den Raum optisch offen wirken - zeigt aber jeden Fingerabdruck sofort. Satinato-Glas streut das Licht, schützt die Privatsphäre ohne vollständige Sichtdichte und ist im Alltag deutlich pflegeleichter. Wer einen Raumteiler als Schlafzimmerabtrennung oder Homeoffice-Trennung plant, wird mit Satinato langfristig zufriedener sein. In einem Berner Loft-Büroprojekt mit drei freistehenden Glastrennwänden wurde Satinato gewählt: Die Scheiben trennten Arbeitsbereiche optisch ab, ohne den offenen Charakter des Grundrisses zu zerstören.

Klarglas eignet sich dort, wo Transparenz gewollt ist - etwa in einem Studio-Apartment, das durch den Raumteiler nicht optisch verkleinert werden soll. Glastyp, Rahmenprofil und Pulverbeschichtungsfarbe lassen sich im 3D-Konfigurator von Manufaktur X frei kombinieren und als Festpreis berechnen, bevor eine Bestellung ausgelöst wird.

Wichtig: Glastypen (Klarglas, Milchglas, ESG, VSG) und Glasdesigns (Sprossen- oder Strebenmuster im Rahmen) sind zwei verschiedene Entscheidungen. Beides lässt sich im Konfigurator unabhängig voneinander wählen.

Eine raumhohe Stahl-Glas-Trennwand mit schwarzem Stahlrahmen und Sprossengliederung teilt einen lichtdurchfluteten Wohnraum ab. Die Konstruktion besteht aus mehreren festen Glasfeldern ohne erkennbare Griffe oder Scharniere. Eine offene Durchgangsaussparung auf der rechten Seite ermöglicht den Zugan
Eine raumhohe Stahl-Glas-Trennwand mit schwarzem Stahlrahmen und Sprossengliederung teilt einen lichtdurchfluteten Wohnraum ab. Die Konstruktion besteht aus mehreren festen Glasfeldern ohne erkennbare Griffe oder Scharniere. Eine offene Durchgangsaussparung auf der rechten Seite ermöglicht den Zugan

Was kostet ein bohrfreier Raumteiler wirklich?

Baumarkt-Klemmsystem oder Maßanfertigung: Ein klarer Unterschied

Klemmsysteme aus dem Baumarkt oder von Online-Anbietern gibt es ab CHF 80 bis 250. Diese Systeme sind für Vorhangstangen oder leichte Dekorationselemente ausgelegt - nicht für ESG-Scheiben mit 20 bis 40 kg. Die Klemmbacken sind für diese Lasten nicht dimensioniert; die Materialqualität der Spindeln entspricht nicht den Anforderungen einer dauerhaft belasteten Konstruktion.

Ein massgefertigter Stahlrahmen-Raumteiler von Manufaktur X - Rahmenprofil aus 4 mm Rohstahl, RAL-pulverbeschichtet, ESG 8 mm, bohrfreies Klemmsystem - beginnt ab CHF 945. Dieser Preis schliesst die Massfertigung auf Ihre exakten Raumabmessungen ein: kein Nacharbeiten vor Ort, keine Passungenauigkeiten durch Standardmasse. Eine leicht schiefe Wand mit 3 Grad Abweichung ergibt bei 2.400 mm Höhe bereits einen Versatz von über 12 cm an der Decke - Standardmasse wie 80 cm oder 100 cm passen in solche Öffnungen schlicht nicht.

Die Pulverbeschichtung des Stahlrahmens ist dabei kein rein optisches Detail: Im Vergleich zu lackierten Oberflächen ist Pulverbeschichtung kratzfester, farblich gleichmässiger und umweltfreundlicher in der Herstellung - ein Unterschied, der sich im täglichen Gebrauch bemerkbar macht.

Lieferung in die Schweiz: Keine versteckten Zusatzkosten

Jeder Raumteiler von Manufaktur X wird in der EU gefertigt und direkt in die Schweiz geliefert. Alle Preise verstehen sich inklusive Zoll und Einfuhr - keine Überraschungen beim Empfang der Ware. Die Produktionszeit beträgt 5 bis 6 Wochen ab Auftragsbestätigung, gut planbar für Umzüge, Renovierungen oder Büroeinrichtungen.

Aufpreis für VSG und Sonderfarben

VSG kostet gegenüber ESG rund 20 bis 35 % mehr, abhängig von Scheibengrösse und Glasaufbau. RAL-Sonderfarben für die Pulverbeschichtung des Stahlrahmens - ausserhalb der Standardpalette - werden je nach Aufwand separat kalkuliert. Beides lässt sich im Konfigurator vorab prüfen, bevor eine Bestellung ausgelöst wird.

Manufaktur X - maßgefertigte Möbel aus Stahl, Glas und Massivholz im 3D-Konfigurator - Raumteiler
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