Offene Küche im Wohnbereich planen: Der vollständige Leitfaden für Massmöbel und Raumgestaltung
Wer in der Schweiz eine offene Küche plant, steht vor einer anderen Ausgangslage als jemand mit einem Neubau-Standardgrundriss. Ob Altbau aus der Jahrhundertwende mit massiven Backsteinwänden, Wohnung aus den 70ern mit abgehängten Decken oder Reihenhaus mit Dachschräge im Obergeschoss - die tatsächlichen Raumverhältnisse entscheiden über Gelingen oder Misserfolg. Dieser Leitfaden zeigt, wie man Grundrisse richtig liest, Masse korrekt aufnimmt und Materialien wählt, die langfristig zur Raumarchitektur passen.
Offene Küche: Was wirklich dafür und dagegen spricht
Der grösste Vorteil offener Küchen liegt nicht in der Optik, sondern in der sozialen Qualität des Raums: Wer kocht, bleibt Teil des Gesprächs. Gerade in Schweizer Stadtwohnungen, wo Grundrisse oft unter 80 m² bleiben, schafft das Öffnen einer Trennwand spürbar mehr Grosszügigkeit. Licht verteilt sich gleichmässiger, und selbst kompakte Grundrisse wirken luftiger.
Die häufigste Enttäuschung, die wir in der Praxis erleben: Jemand entfernt eine Wand, gewinnt optisch Raum - und merkt dann, dass die vorhandenen Möbel weder zu den neuen Proportionen noch zum freigelegten Mauerwerk passen. Massgefertigte Möbel lösen dieses Problem von Grund auf, weil sie auf den fertigen Raum abgestimmt werden - nicht auf einen Normgrundriss, den es in Gründerzeit-Altbauten ohnehin selten gibt.
Grundrissanalyse: Was vor dem ersten Spatenstich geklärt sein muss
Bevor Materialien oder Stile eine Rolle spielen, bestimmt der Grundriss den Spielraum. Drei Fragen sind dabei entscheidend:

- Tragende Wände identifizieren. In Schweizer Altbauten - Baujahr vor 1970 - verlaufen tragende Wände oft quer zur Gebäudeachse und sind im Bauplan selten exakt eingezeichnet. Ein Gutachten vom Statiker ist in diesen Fällen keine Vorsichtsmassnahme, sondern Voraussetzung.
- Leitungsführung dokumentieren. Wasseranschlüsse lassen sich verlegen, aber jede Verschiebung des Spülenanschlusses um mehr als 1,5 m erhöht den Installationsaufwand erheblich. Stromleitungen in älteren Schweizer Bauten verlaufen oft nicht rechtwinklig - das beeinflusst, wo Steckdosen und Schalter sinnvoll gesetzt werden können.
- Ist-Masse vor Ort aufnehmen, Bauplan nur zur Orientierung nutzen. Altbau-Wände sind selten exakt gerade. In unserer Fertigung sehen wir regelmässig Aufmasse, bei denen linke und rechte Wandseite einer Öffnung um 8-15 mm voneinander abweichen. Wer mit dem Bauplan plant, bestellt falsch.
Aufmass richtig nehmen: Der häufigste Planungsfehler lässt sich vermeiden
Bei rund 70 % unserer Projekte mit Wandmöbeln oder Raumteilern messen Kunden beim ersten Versuch mindestens eine Dimension falsch - meistens die Höhe. Die typischen Fehlerquellen:
- Sockelleisten nicht abgezogen: Die lichte Raumhöhe beginnt oberhalb der Sockelleiste, nicht am Rohboden. Wer die Sockelleistenstärke (häufig 12-18 mm) nicht abzieht, erhält ein Möbelstück, das nicht bündig steht.
- Heizkörper und Steckdosen übersehen: Ein Heizkörper, der hinter einem Regal verschwindet, verliert seine Heizwirkung und kann zu Feuchtigkeitsschäden führen.
- Türöffnungsradius nicht einkalkuliert: Besonders bei Lofttüren zwischen Küche und Wohnbereich: Der Flügel braucht Schwenkraum. Wer diesen nicht im Grundriss einzeichnet, stellt fest, dass Tür und Kücheninsel kollidieren.
- Montagefuge vergessen: Jedes massgefertigte Wandmöbel und jede eingepasste Tür benötigt pro Seite ca. 5 mm Montagefuge für Toleranzausgleich und spätere Materialausdehnung. Diese 5 mm müssen vom Rohmass abgezogen werden, bevor ein Möbelstück konfiguriert wird. Im Konfigurator geben Sie das gewünschte Fertigmass ein - nicht das Rohbauöffnungsmass.
Die häufigste Ursache für Passungsprobleme ist nicht ein Fertigungsfehler, sondern ein falsch genommenes Aufmass. Das gilt für Schweizer Altbauten mit ihren oft unregelmässigen Wandstärken ganz besonders.
Bei meinen Loft-Projekten in München setze ich Glastrennwände mit Stahlrahmen ein, um Küche und Wohnbereich zu trennen. Das funktioniert perfekt - die Offenheit bleibt, aber Gerüche und Lärm isolieren sich deutlich besser.
Lukas Brandt
Loft-Renovierungsexperte

Das Arbeitsdreieck in offenen Grundrissen: Bewegungsflächen richtig planen
Das klassische Arbeitsdreieck aus Kühlschrank, Herd und Spüle bleibt auch in offenen Grundrissen das zentrale Planungsprinzip - verändert sich aber in seinen Anforderungen: In geschlossenen Küchen genügen 90 cm Bewegungsfreiheit zwischen gegenüberliegenden Zeilen. In offenen Küchen, die gleichzeitig als Durchgangsbereich dienen, sollten es mindestens 110-120 cm sein, damit Kochende und Durchgehende sich nicht behindern.
Kücheninseln verschieben das Dreieck in die Fläche. Wichtig: Eine Insel mit integriertem Kochfeld oder Spüle benötigt Strom- und Wasseranschlüsse im Boden - diese müssen vor dem Estrich geplant sein. Wer das nachrüstet, trägt den Boden auf.
Mindestmasse für Kücheninseln
| Situation | Mindest-Umgehungsbreite | Empfehlung mit Sitzplätzen |
|---|---|---|
| Insel als reine Arbeitsfläche | 90 cm | 110 cm |
| Insel mit Kochfeld | 110 cm | 120 cm |
| Insel mit Sitzbereich (Hocker) | 120 cm | 130-140 cm |
| Insel als Hauptdurchgang | 120 cm | 140 cm |
Materialwahl für offene Küchen: Was dauerhaft hält
Da die Küche in offenen Grundrissen permanent sichtbar ist, müssen Materialien gleichzeitig zwei Anforderungen erfüllen: die Alltagsbelastung einer Küche aushalten und optisch zum Wohnbereich passen. Günstige Serienküchen lösen das mit Folienfronten und Laminat - das funktioniert, altert aber sichtbar. Für Räume, die als Einheit konzipiert sind, empfehlen sich Materialien mit echtem Langzeitcharakter.
Massivholz im Vergleich: Eiche, Buche und Esche
Für Sitzmöbel, Regale und Esstische im Küchenumfeld sind Massivholzoberflächen aus Eiche, Buche oder Esche auf Dauer die robustere Wahl - vorausgesetzt, die Oberfläche ist sachgemäss behandelt. Im Vergleich zu Serienmöbeln von IKEA oder Micasa bieten diese Hölzer deutlich mehr Langlebigkeit und lassen sich bei Bedarf nachbehandeln.
| Holzart | Brinell-Härte (HB) | Charakter | Typische Verwendung |
|---|---|---|---|
| Eiche | ca. 3,7 | Markante Maserung, warm-braun, sehr druckfest | Esstisch, Sitzbank, Regal |
| Buche | ca. 3,8 | Feines Korn, hell, gleichmässig | Arbeitsflächen, Sitzbank |
| Esche | ca. 4,0 | Lebhafte Maserung, heller Grundton | Esstisch, Regal |

Geölt oder lackiert - ein praxisrelevanter Unterschied: Geölte Oberflächen sind im Alltag pflegbedürftiger (Nachölen alle 1-2 Jahre), lassen sich aber punktuell ausbessern. Lackierte Oberflächen sind dichter und feuchtigkeitsabweisender, aber bei Beschädigung ist oft eine Vollaufarbeitung nötig. In Küchennähe, wo gelegentlich Flüssigkeiten auf Tischplatten gelangen, empfehlen wir Hartwachs-Öl als Kompromiss: robuster als reines Öl, reparierbar wie Öl.
Stahl und Pulverbeschichtung
Stahlgestelle für Tische, Bänke und Regale werden bei Manufaktur X mit RAL-Pulverbeschichtung versehen - ein elektrostatisches Auftragverfahren, das eine gleichmässige, lösungsmittelfreie Schutzschicht erzeugt. Die Schichtdicke liegt typischerweise bei 60-80 µm, was deutlich über handelsüblichen Nasslackierungen liegt. Pulverbeschichteter Stahl rostet bei intakter Oberfläche nicht und ist bei lokaler Beschädigung nachbehandelbar. Für Küchenbereiche empfehlen sich matte RAL-Töne - etwa RAL 9005 Tiefschwarz oder RAL 7016 Anthrazitgrau - da sie Fingerabdrücke weniger deutlich zeigen als Hochglanzoberflächen.
Leimholz und Furnier richtig einordnen
Bei Tischplatten (Esstisch, Couchtisch) und Sitzbankplatten bietet Manufaktur X zwei Aufbauvarianten: Leimholz (echtes Massivholz, aus Brettern verleimt, Standard) und Furnier (fugenlose Oberfläche, Trägerplatte mit Echtholzfurnier kaschiert). Regale - sowohl das Grosse Regal nach Mass konfigurieren als auch das Rohrregal nach Mass konfigurieren - werden ausschliesslich aus Massivholz gefertigt, ohne Furnier und ohne Spanplatte.
Gerüche, Lärm und Ordnung: Die drei technischen Herausforderungen
Diese drei Faktoren entscheiden darüber, ob eine offene Küche im Alltag angenehm bleibt oder zur Belastung wird. Sie lassen sich planen - aber nachträglich nur mit erheblichem Aufwand korrigieren.
Geruchskontrolle
Die Saugleistung einer Dunstabzugshaube wird in m³/h angegeben und sollte für offene Grundrisse mindestens das Zehnfache des Küchenvolumens betragen. Bei einem offenen Wohn-Koch-Bereich von 50 m² Grundfläche und 2,5 m Deckenhöhe - eine in Schweizer Altbauten häufige Raumhöhe - ergibt das 125 m³ Volumen; die Haube sollte also mindestens 1.250 m³/h leisten. Umluftmodelle ohne Abluftkanal sind möglich, müssen aber alle 3-6 Monate mit frischen Aktivkohlefiltern bestückt werden.

Lärm
Geschirrspüler mit einem Schallpegel unter 42 dB(A) sind für offene Grundrisse geeignet; unter 38 dB(A) kaum wahrnehmbar. Diese Modelle kosten mehr, aber der Unterschied zwischen 44 dB(A) und 38 dB(A) ist im Wohnbetrieb deutlich spürbar - 44 dB(A) entspricht etwa einem ruhigen Büro, 38 dB(A) einer sehr ruhigen Bibliothek.
Stauraum und Ordnung
Eine offene Küche ist permanent sichtbar - das bedeutet, dass Unordnung sofort den gesamten Wohnbereich visuell belastet. Ausreichend Stauraum ist keine Frage des Luxus, sondern funktionale Notwendigkeit. Bewährt haben sich:
- Hochschränke bis unter die Decke (kein Staubereich, der Staub sammelt)
- Schubladen statt Türen für Unterbereiche (bessere Zugänglichkeit, keine Greifzone davor nötig)
- Integrierte Mülltrennung hinter Schranktür (sichtbare Abfalleimer stören in offenen Küchen)
- Versenkbare Steckdosenleisten in der Arbeitsfläche (keine sichtbaren Kabelstränge)
Drei konsistente Stilrichtungen für offene Küchen
Der Stil einer offenen Küche muss zum gesamten Wohnbereich passen - nicht nur zu sich selbst. Eine Küche im Landhausstil neben einem Wohnzimmer mit Betonwand und Stahlregalen erzeugt Brüche, die sich nicht durch Accessoires überbrücken lassen.
Minimalistisch-modern
Grifflose Fronten, durchgehende Farbpalette aus maximal zwei Tönen, keine sichtbaren Geräte. Funktioniert am besten, wenn auch der Wohnbereich auf Dekoration verzichtet. Hochglanzfronten zeigen Fingerabdrücke deutlich - matte Oberflächen sind im Alltag pflegeleichter.
Rustikal und warm
Massivholzfronten oder -arbeitsflächen, offene Regale, warme Farbtöne. Diese Küchen wirken am stimmigsten, wenn Wohn- und Essbereich ähnliche Materialien aufgreifen - etwa eine Sitzbank nach Mass konfigurieren aus Eiche, die die Holztöne der Küche wiederholt.
Industrial Style
Sichtbarer Stahl, Betonoberflächen, offene Strukturen. Besonders in Loftwohnungen und Altbauten mit Sichtmauerwerk passend - wie man sie in umgenutzten Industriebauten in Zürich-West oder Basel findet. Hier fügen sich Stahlgestelle und pulverbeschichtete Möbel aus dem Manufaktur X-Sortiment direkt in die Raumsprache ein, ohne wie Fremdkörper zu wirken.

Räume clever gliedern: Raumteiler, Lofttüren und Bodenbeläge
Offenheit bedeutet nicht, auf jede Form der Abgrenzung zu verzichten. Die Frage ist, welche Trennelemente Transparenz erhalten und welche sie aufheben.
Kücheninsel als Raumgrenze
Eine Insel mit Tresen und Hockern definiert die Grenze zwischen Kochzone und Wohnbereich, ohne eine physische Barriere zu errichten. Sie ist die flexibelste Lösung - aber auch die raumintensivste.
Unterschiedliche Bodenbeläge
Wechselnde Bodenbeläge signalisieren Zonenwechsel ohne Wände. In der Küche bewähren sich grossformatige Feinsteinzeugfliesen (pflegeleicht, feuchtigkeitsresistent); im Wohnbereich Massivholzdielen oder Betonoptik. Der Übergang sollte mit einem Abschlussprofil sauber ausgeführt sein - ein offener Spalt zwischen zwei Bodenbelägen sammelt Schmutz und wirkt unfertig.
Lofttüren: Transparente Trennung bei Bedarf
Wer Küche und Wohnbereich bei Bedarf voneinander trennen möchte, ohne dauerhaft eine Wand einzuziehen, findet in einer massgefertigten Lofttür nach Mass konfigurieren die präziseste Lösung. Die Stahl-Glas-Konstruktion lässt Licht durch, schränkt bei Bedarf aber den Luftaustausch ein. Wichtig für die Planung: Der Flügelöffnungsradius muss im Grundriss eingezeichnet sein, bevor die Tür konfiguriert wird - ein Fehler, der in unserer Erfahrung häufig erst bei der Montage auffällt.
ESG (Einscheiben-Sicherheitsglas) bricht bei einem Aufprall in stumpfe Krümel - geeignet für die meisten Raumteiler-Anwendungen. VSG (Verbund-Sicherheitsglas) hält bei Bruch als Verbund zusammen, weil eine Folie die Scheiben zusammenhält, und wird empfohlen, wenn die Tür in Bereichen mit erhöhtem Stosspotenzial eingesetzt wird - etwa in Durchgangsbereichen mit engen Platzverhältnissen oder in Haushalten mit Kindern. Die Wahl zwischen ESG und VSG ist also eine sicherheitstechnische, keine ästhetische Entscheidung. Beide Glastypen sind zudem von Glasdesigns - also Sprossenmuster oder Sprossen-Varianten - unabhängig zu betrachten: Design und Glasart lassen sich frei kombinieren.

Für Räume, in denen eine Tür zu viel wäre, bietet ein Raumteiler nach Mass konfigurieren eine feststehende Alternative mit raumgliedernder Wirkung - ohne Scharniere und Öffnungsmechanismus.
Beleuchtung: Zwei Modi für einen Raum
Offene Grundrisse brauchen ein Beleuchtungskonzept, das gleichzeitig zwei Nutzungsmodi bedient: helles Arbeitslicht in der Kochzone, gedimmtes Stimmungslicht im Wohnbereich. Beides über denselben Schalter zu steuern funktioniert nicht - separate Stromkreise mit Dimmer sind Voraussetzung, keine Option.
- Arbeitslicht: Mindestens 500 Lux auf der Arbeitsfläche; am besten als Unterbauleuchte direkt unter den Oberschränken, nicht als Deckenspot mit Schattenbildung.
- Pendelleuchten über Insel oder Esstisch: Aufgehängt auf 70-80 cm über der Tischoberfläche. Zu hoch gibt keinen Akzent, zu tief blendet beim Sitzen.
- Akzentbeleuchtung: LED-Streifen in oder unter Oberschränken - warmweiss (2.700-3.000 K) für Wohnbereiche, neutralweiss (4.000 K) nur in reinen Arbeitsbereichen.
Farbe als Planungsthema, nicht als Deko-Entscheidung
Bei offenen Küchen ist die Farbgestaltung kein nachgelagertes Dekorationsproblem, sondern ein strukturelles Planungsthema. Küche und Wohnbereich teilen einen Sichtbereich - was in einem Bereich dominiert, beeinflusst die Wahrnehmung des anderen.
Ton-in-Ton: Ruhige Raumwirkung durch Farbkontinuität
Ein durchgehendes Farbkonzept - etwa Weisstöne mit Eichenholz-Akzenten - lässt den Raum grösser wirken und vermeidet visuelle Brüche. Die Wandfarbe des Wohnbereichs kann in Küchenrückwänden oder Fronten aufgegriffen werden, ohne identisch zu sein - ein ähnlicher Farbton in anderer Sättigung genügt.
Kontraste: Kücheninsel als Gestaltungselement
Eine dunkle Kücheninsel - etwa in RAL 5011 Stahlblau oder RAL 6009 Tannengrün - vor hellen Wänden funktioniert dann, wenn der Wohnbereich den Kontrastton in mindestens einem weiteren Element wiederholt, etwa in einem Stahlregal oder einer Sitzbank mit dunklem Gestell. Ein einzelner Farbakzent ohne Wiederholung wirkt zufällig.
Massmöbel oder Serienmöbel: Wann lohnt sich was?

Massgefertigte Möbel sind nicht automatisch die bessere Wahl - aber in offenen Küchen mit individuellen Grundrissen sind sie häufig die einzige Lösung, die langfristig wirklich funktioniert. Ein Vergleich:
| Kriterium | Serienmöbel (z. B. IKEA, Micasa) | Massmöbel (z. B. Manufaktur X) |
|---|---|---|
| Passgenauigkeit | Normasse, Lücken bei Sonderformaten | Millimetergenau auf Ist-Mass gefertigt |
| Materialwahl | Vorgegebenes Sortiment | Holzart, Oberfläche, RAL-Farbe frei wählbar |
| Lieferzeit | 1-4 Wochen (ab Lager) | 5-6 Wochen (Fertigung auf Mass) |
| Preistransparenz | Listenpreis, Aufpreise für Optionen | Festpreis im Konfigurator, Echtzeit-Kalkulation |
| Langlebigkeit | Abhängig von Materialqualität | Massivholz oder Stahl, reparierbar |
| Produktion | Oft ausserhalb der EU | Hergestellt in der EU, Direkthersteller |
In unserer Erfahrung entscheiden sich Kunden für Massfertigung, wenn mindestens einer dieser drei Faktoren zutrifft: Der Raum hat Sonderformen (Dachschräge, Nische, unregelmässiger Wandverlauf), das Möbelstück soll dauerhaft Teil der Raumarchitektur sein, oder das Standardsortiment bietet die gewünschte Materialkombination nicht an.
Was kostet Massfertigung? Preisfaktoren verständlich erklärt
Einen Pauschalpreis für ein massgefertigtes Möbelstück zu nennen wäre irreführend - er hängt von Abmessungen, Materialwahl, Oberflächenbehandlung und Beschlägen ab. Alle Preise auf manufakturx.ch sind in Schweizer Franken angegeben und enthalten sämtliche Import- und Zollkosten - kein Nachrechnen, keine Überraschungen bei der Lieferung. Der Online-Konfigurator bildet den Preis in Echtzeit ab: Jede Änderung an Mass oder Material aktualisiert den Festpreis sofort.
| Produkt | Preis ab | Hinweis |
|---|---|---|
| Lofttür | 1.215 CHF | Günstigste mögliche Variante |
| Raumteiler | 2.325 CHF | Stahl-VSG, individuelle Breite |
| Großes Regal | 3.360 CHF | Massivholz, Stahlgestell, raumhoch |
| Esstisch | 1.660 CHF | Massivholz, Stahlgestell |
| Couchtisch | 1.215 CHF | Massivholz, Stahlgestell |
| Sitzbank | 1.155 CHF | Massivholz, Stahlgestell |
| TV-Board | 1.615 CHF | Massivholz, Stahlgestell |
| Rohrregal | 1.120 CHF | Modulares Rohrregal |
Die relevanten Kostentreiber bei Massmöbeln für offene Küchen:
- Holzart: Esche und Eiche liegen preislich über Buche, weil die Verfügbarkeit geringer und die Verarbeitung aufwändiger ist.
- Oberfläche: Geölte Oberflächen sind günstiger als Hartwachs-Öl-Behandlung; Lackierung liegt nochmals darüber.
- Stahlfarbe (RAL): Sonderfarben ausserhalb der Standardpalette können einen Aufpreis bedeuten - im Konfigurator direkt ersichtlich.
- Glastyp (nur Lofttür/Raumteiler): VSG ist teurer als ESG; satiniertes Glas teurer als Klarglas.
- Abmessungen: Überbreite oder überhohe Formate erfordern mehr Material und längere Fertigungszeit.
Lieferzeit und Fertigungsablauf: Was zwischen Bestellung und Anlieferung passiert
Manufaktur X fertigt alle Produkte nach Bestellung - kein Lagerprogramm, keine Konfektionsware. Jedes Stück durchläuft Zuschnitt, Schweissen oder Holzbearbeitung, Oberflächenbehandlung und Qualitätsprüfung in der EU-Fertigung, bevor es versendet wird. Die Lieferzeit beträgt bei allen Produkten 5-6 Wochen ab Bestellbestätigung. Für die Schweiz kommt der Versandweg hinzu - planen Sie bei Küchenrenovierungen den Bestellzeitpunkt entsprechend frühzeitig.
Sechs häufige Planungsfehler - und wie man sie vermeidet
Fehler 1: Möbel vor Leitungsplanung bestellen
Folge: Die Kücheninsel steht genau dort, wo der Elektriker den Bodenanschluss nicht mehr verlegen kann. Abhilfe: Erst Leitungspläne finalisieren, dann Möbelkonfiguration abschliessen.
Fehler 2: Aufmass aus dem Bauplan statt vor Ort
Folge: Das Möbelstück passt nicht in die tatsächliche Öffnung, weil Altbau-Wände vom Plan abweichen. Abhilfe: Immer mit Massband vor Ort messen, Bauplan nur zur Orientierung nutzen.
Fehler 3: Montagefuge nicht einkalkuliert
Folge: Das Möbelstück ist 10 mm zu breit und lässt sich nicht einbringen. Abhilfe: Pro Seite 5 mm Montagefuge vom Rohmass abziehen, bevor konfiguriert wird.
Fehler 4: Dunstabzug zu schwach dimensioniert
Folge: Kochgerüche verteilen sich im gesamten Wohnbereich und setzen sich in Polstermöbeln fest. Abhilfe: Saugleistung auf Basis des Gesamtraumvolumens berechnen (Faktor 10), nicht nur der Küchenfläche.
Fehler 5: Türöffnungsradius nicht im Grundriss eingezeichnet
Folge: Die Lofttür schlägt gegen Kücheninsel oder Kühlschrank. Abhilfe: Schwenkradius des Flügels massstabsgetreu in den Grundriss einzeichnen, bevor Tür und Möblierung festgelegt werden.
Fehler 6: Akustik nicht mitgeplant
Folge: Harte Oberflächen - Fliesen, Beton, Glas - in grossen offenen Räumen erzeugen lange Nachhallzeiten. Gespräche werden anstrengend, Geräusche überlagern sich. Abhilfe: Textile Elemente wie Teppich, Vorhänge und Polstermöbel bewusst als akustische Dämpfung einplanen.
Nachhaltigkeit: Langlebigkeit als ökologisches Argument
Nachhaltigkeit in der Küchenplanung bedeutet primär Langlebigkeit: Ein Möbelstück, das 20 Jahre hält, ist ökologisch besser als drei Möbelstücke in derselben Zeit. Konkret:

- FSC-zertifiziertes Massivholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft (Eiche, Buche, Esche) ist langlebig und reparierbar - Kratzer lassen sich bei geölten Oberflächen nachbehandeln.
- Pulverbeschichteter Stahl rostet bei intakter Beschichtung nicht und lässt sich bei lokaler Beschädigung nachbehandeln, ohne das gesamte Stück ersetzen zu müssen.
- Keine Spanplatten in Manufaktur X-Regalen - Spanplatten quellen bei Feuchtigkeit auf und sind nicht reparierbar.
Massmöbel direkt konfigurieren und nach Hause liefern lassen
Manufaktur X fertigt alle Möbel nach Mass in der EU - kein Zwischenhandel, kein Konfektionsprogramm. Der Online-Konfigurator auf manufakturx.ch bildet Masse, Materialien und Oberflächen in Echtzeit ab und zeigt den Festpreis sofort an - inklusive aller Kosten für die Lieferung in die Schweiz. Für die Planung von offenen Küchen relevante Produkte:
- Lofttür nach Mass konfigurieren - Stahl-Glas-Konstruktion, ESG oder VSG, 5-6 Wochen Lieferzeit
- Raumteiler nach Mass konfigurieren - feststehend, raumgliedernde Wirkung ohne Tür, 5-6 Wochen Lieferzeit
- Esstisch nach Mass konfigurieren - Massivholz (Leimholz oder Furnier) auf Stahlgestell, 5-6 Wochen Lieferzeit
- Sitzbank nach Mass konfigurieren - passend zur Esstischbreite oder als eigenständiges Element, 5-6 Wochen Lieferzeit
- Grosses Regal nach Mass konfigurieren - Massivholz, kein Furnier, kein Spanholz, 5-6 Wochen Lieferzeit
- Rohrregal nach Mass konfigurieren - Stahlrohrgestell mit Massivholzböden, 5-6 Wochen Lieferzeit
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Häufige Fragen zur Planung offener Küchen
Kann ich eine Lofttür zwischen Küche und Wohnbereich nachträglich einbauen, wenn die Wand bereits steht?
Ja - sofern die Wand nicht tragend ist oder ein Sturz eingebaut wird. Das Türblatt wird auf das tatsächliche Rohmass der Öffnung gefertigt; die 5 mm Montagefuge pro Seite werden vom Rohmass abgezogen. Bei Altbauwänden ist vor dem Öffnen ein Statiker-Gutachten Pflicht.
Was tue ich, wenn meine Wände nicht rechtwinklig sind?
Messen Sie an drei Punkten: oben, mittig und unten (bei der Breite) bzw. links, mittig und rechts (bei der Höhe). Das kleinste Mass ist das Fertigungsmass - zuzüglich Montagefuge. Schrägen werden bei der Montage mit Keilleisten oder Füllstücken ausgeglichen. Im Konfigurator geben Sie das kleinste Ist-Mass ein.
Welches Glas empfehlen Sie für eine Lofttür im Haushalt mit Kindern?
VSG (Verbund-Sicherheitsglas): Bei Bruch hält die Folie zwischen den Scheiben den Glasverbund zusammen - kein Splitterregen. ESG bricht in stumpfe Krümel, aber bei einem Aufprall mit VSG besteht weniger Verletzungsrisiko. Die Entscheidung hängt vom konkreten Stosspotenzial ab, nicht von der Optik.
Lohnt sich ein massgefertigter Esstisch für eine offene Küche gegenüber einem Serientisch?
Wenn der Essbereich eine ungewöhnliche Grundrisssituation hat - Nische, Dachschräge, definierte Durchgangsbreite - ist Massfertigung die präzisere Lösung. Bei Standardgrundrissen mit normaler Raumbreite ist ein hochwertiger Serientisch eine valide Alternative. Der Unterschied liegt nicht im Prestige, sondern in der Passgenauigkeit und der Materialwahl.
Was passiert, wenn ich beim Aufmass einen Fehler mache und das Möbelstück nicht passt?
Die häufigste Ursache für Passungsprobleme ist nicht die Fertigung, sondern ein falsch genommenes Aufmass - das ist unsere häufigste Reklamationsursache. Deshalb empfehlen wir, vor der Bestellung den Aufmass-Guide auf manufakturx.ch zu nutzen und im Zweifel ein zweites Mal zu messen. Wer unsicher ist, kann uns die Skizze vor der Bestellung zur Plausibilitätsprüfung einsenden.



