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Maßmöbel § 18.0 / Werkstatt-Notiz*

Glas-Raumteiler im Loftstil: Stahl, Glas, Maß

Glas-Raumteiler im Loftstil: Stahl, Glas, Maß

Ein Glas-Raumteiler aus Stahlprofil und Glas trennt Räume, ohne Tageslicht zu blockieren. Glasart, Rahmenfarbe und Sprosseneinteilung entscheiden dabei über den Gesamtcharakter. Dieser Artikel erklärt, welche Konfigurationsparameter wirklich zählen, welche Öffnungsvarianten für welche Grundrisssituation passen und was ein Maß-Raumteiler von Manufaktur X kostet. Wer die eigenen Abmessungen zur Hand hat, berechnet den Festpreis direkt im Konfigurator auf manufakturx.de.


Was ist ein Glas-Raumteiler im Loftstil – und wann ist er die richtige Wahl?

Raumtrennung ohne Massivwand

Eine Massivwand trennt Räume vollständig. Sie blockiert Tageslicht, schneidet Sichtachsen ab und verändert die Raumproportionen dauerhaft. Ein Stahl-Glas-Raumteiler schafft dieselbe funktionale Trennung, ohne diese Nachteile. Das sichtbare Stahlprofil ist dabei kein konstruktiver Kompromiss, sondern ein bewusstes Gestaltungsmittel: Es zitiert die Industriearchitektur von Fabrikhallen und Loftgebäuden. Tageslicht aus einem Südfenster erreicht weiterhin den angrenzenden Bereich; Sichtachsen bleiben je nach Glaswahl erhalten oder werden kontrolliert unterbrochen.

„The steel-and-glass partition has moved from industrial heritage to a mainstream interior language – but only bespoke fabrication can deliver the proportional precision that quality architecture demands."

Architects' Journal, März 2024

Feststehend, mit Tür oder als Kombination

Nicht jede Öffnung muss begehbar sein. Ein reines Festelement – vollständig verglast, ohne bewegliche Teile – eignet sich überall dort, wo eine Trennung gewünscht ist, aber kein regelmäßiger Durchgang stattfindet: etwa zwischen Wohnbereich und Arbeitszimmer mit eigenem Zugang. Eine Lofttür als einzelner Drehtür-Flügel ist die häufigste Wahl bei Öffnungsbreiten bis ca. 900 mm mit täglichem Durchgang. Für breitere Öffnungen empfiehlt sich die Kombination aus festem Seitenteil und einem Drehtür-Flügel: Das Seitenteil schließt die Restbreite, der Flügel bleibt auf eine handhabbare Breite begrenzt. Alle drei Varianten sind im Konfigurator direkt konfigurierbar.

Typische Einsatzsituationen

Die vier häufigsten Einsatzsituationen bei Manufaktur X:

Warum Standardmaße in Altbau und Loft nicht ausreichen

Altbauwohnungen in deutschen Großstädten haben im Median lichte Raumhöhen von 2.700–3.200 mm (Bundesarchitektenkammer, 2022). Serienprodukte aus dem Baumarkt enden in der Regel bei 2.100 mm – eine Lücke von bis zu 1.100 mm, die entweder mit einer Blindwand geschlossen oder schlicht ignoriert wird. Beides ist gestalterisch unbefriedigend. Hinzu kommt: Über 60 % aller Baugenehmigungen in Deutschland betrafen 2023 Bestandsgebäude (BBSR, Wohnungsmarktprognose 2040, 2023). Die Zielgruppe für maßgefertigte Raumteiler wächst also strukturell – und ihre Öffnungsmaße sind selten normgerecht. Ein Dachgeschossausbau in Regensburg verdeutlicht das: Eine unregelmäßige Dachschräge erforderte einen Raumteiler mit nicht-rechtwinkligem oberen Abschluss. Kein Standardprodukt passte. Nur individuelle Fertigung löste das Problem.


Glaswahl, Rahmenfarbe, Sprossenraster: die drei Gestaltungsparameter im Detail

Glasart als ästhetische Entscheidung

Klarglas lässt Licht und Sicht ungehindert passieren. Es eignet sich überall dort, wo Offenheit gewünscht ist und Privatsphäre keine Rolle spielt. Milchglas lässt Licht diffus durch, unterbricht aber die direkte Sicht: Man erkennt Bewegungen und Helligkeitsunterschiede, nicht aber Details. Rauchglas dunkelt etwas ab und fügt gleichzeitig eine dekorative Struktur hinzu. Hier haben wir zwei Varianten im Angebot. Sehen Sie alle unsere Glastypen auch im Konfigurator und im Guide darunter.

ESG und VSG: gleicher Preis, gestalterische Wahl

ESG (Einscheiben-Sicherheitsglas) ist thermisch vorgespannt und zerfällt im Bruchfall in kleine, stumpfe Splitter. VSG (Verbund-Sicherheitsglas) besteht aus zwei Glasschichten mit einer Kunststofffolie dazwischen; bei Bruch hält die Folie die Scherben zusammen. Für optische Raumteiler im Wohnbereich ist der funktionale Unterschied im Alltag nicht spürbar.

„Die Entscheidung zwischen ESG und VSG ist in der Praxis für optische Trennwände ohne Sicherheitsanforderung keine technische, sondern eine gestalterische: VSG dämpft Reflexionen minimal anders, ESG wirkt minimal klarer. Beides ist für Raumteiler im Wohnbereich normgerecht."

Glaswelt, Fachmagazin für Flachglas, Ausgabe 04/2023

Bei Manufaktur X kosten ESG und VSG identisch – wer VSG wählt, zahlt keinen Aufpreis. Die Entscheidung ist ausschließlich eine gestalterische, keine budgetäre. Wer in Ratgeberartikeln liest, VSG sei generell teurer als ESG, wird durch diese Fehlinformation zu falschen Erwartungen gelenkt. Bei Manufaktur X trifft das nicht zu.

RAL-Farbe des Stahlrahmens

Die Rahmenfarbe prägt den Gesamteindruck eines Glas-Raumteilers stärker als jeder andere Parameter. RAL 9005 (Tiefschwarz) ist die mit Abstand häufigste Wahl – sie betont das Stahlprofil, setzt klare Kontraste und funktioniert in nahezu jedem Einrichtungsstil. RAL 9010 (Reinweiß) und RAL 9016 (Verkehrsweiß) eignen sich für helle, zurückhaltende Konzepte, in denen der Rahmen in den Hintergrund treten soll – wie bei der Penthouse-Sanierung in Hamburg, wo der Rahmen in RAL 9010 das Gesamtbild hell halten sollte. RAL 7016 (Anthrazitgrau) liegt zwischen Schwarz und Weiß und integriert sich gut in moderne, neutrale Innenräume. Alle RAL-Farben sind bei Manufaktur X ohne Aufpreis wählbar.

Ein Hinweis zur Farbauswahl: RAL-Töne weichen auf Monitoren teilweise von ihrer realen Erscheinung ab. RAL 9005 und RAL 9004 sehen auf unterschiedlichen Bildschirmen nahezu identisch aus, sind im Raum unter Tageslicht aber deutlich verschieden. Gerade die Reflexion bei Tageslichteinfall kann verschieden wirken.

Sprossenraster: Proportionen vor Bestellung prüfen

Das Sprossenraster – Anzahl, Teilung und Anordnung der Sprossen – definiert den Charakter eines Raumteilers stärker als die Glaswahl. Ein 4-Feld-Raster wirkt bei einer Öffnung von 2.200 mm Höhe ausgewogen; dieselbe Einteilung in einer 3.000 mm hohen Öffnung ergibt gedrungene, zu breite Felder. Als Orientierung gilt: Felder mit einem Höhe-zu-Breite-Verhältnis zwischen 1,5:1 und 2,5:1 wirken in den meisten Raumsituationen ausgewogen. Der Konfigurator von Manufaktur X zeigt das gewählte Raster in Echtzeit mit den eingegebenen Maßen. Zusätzlich empfiehlt sich eine physische Probe vor Ort: Papierstreifen in der Breite der Stahlprofile an der Wand fixieren und aus dem normalen Nutzungsabstand von 2–3 m beurteilen.


Öffnungsvarianten: Drehtür,  Seitenteil und Oberlicht richtig kombinieren

Überblick der Varianten

Manufaktur X bietet folgende Grundvarianten, die sich kombinieren lassen:

Seitenteil als Lösung für breite Öffnungen

Bei Öffnungsbreiten über 1.200 mm ist ein einzelner Türflügel proportional unausgewogen – er wirkt zu breit und lässt sich schwerer öffnen als ein schmalerer Flügel. Ein festes Seitenteil neben einem einzelnen Drehtür-Flügel löst dieses Problem: Die Gesamtbreite wird aufgeteilt, der Türflügel bleibt auf ein handhabbares Maß begrenzt, das Seitenteil schließt die Restbreite verglast ab.  Wer eine Öffnung von 1.600 mm schließen möchte, wählt typischerweise ein Seitenteil von 700 mm und einen Türflügel von 900 mm – genau diese Aufteilung wurde bei der Homeoffice-Abtrennung in München gewählt, Rahmen RAL 7016, Mattglas. Die genaue Aufteilung ist im Konfigurator frei wählbar; Seitenteil und Türflügel können dabei dieselbe oder unterschiedliche Glasarten erhalten.

Oberlicht bei großen Raumhöhen

Ein Raumteiler, der in einem 3-m-Loft bei 2.100 mm endet, hinterlässt eine unverglaste Wandfläche von fast 900 mm. Das wirkt proportional unfertig und bricht den Loftstil. Ein Oberlicht schließt diesen Bereich bis zur Decke, bleibt fest verglast und lässt Tageslicht weiterhin passieren. Ab einer Raumhöhe von 2.400 mm sollte ein Oberlicht grundsätzlich in die Planung einbezogen werden.


Maßfertigung für Altbau und Loft: Warum individuelle Abmessungen entscheidend sind

Altbauwände korrekt ausmessen

Das lichte Maß einer Öffnung sollte an mindestens drei Stellen abgenommen werden: oben, in der Mitte und unten für die Breite sowie links, in der Mitte und rechts für die Höhe. Altbauwände sind selten lotrecht. Setzungsrisse, mehrfach überputzte Leibungen und ungleichmäßige Böden führen dazu, dass Maßtoleranzen von 10–25 mm zwischen Oberkante und Unterkante einer Öffnung keine Ausnahme sind. Der Raumteiler wird auf das kleinste Maß gefertigt; die verbleibenden Spalte werden durch Abdeckprofile und Wandanschlüsse geschlossen. Wichtig ist außerdem die Montagefuge zu beachten. Wie Sie richtig messen um die passende Tür von Manufaktur X zu erhalten sehen Sie auch in diesem Video

Nicht-rechtwinklige Abschlüsse und Sondersituationen

Dachschrägen, geneigte Decken und unregelmäßige Öffnungsgeometrien lassen sich mit Serienprodukten nicht schließen – ein rechteckiger Standardrahmen passt schlicht nicht in eine trapezförmige Öffnung. Beim Dachgeschossausbau in Regensburg erforderte eine unregelmäßige Dachschräge einen Raumteiler mit nicht-rechtwinkligem oberen Abschluss; nur durch individuelle Fertigung war diese Geometrie realisierbar. 

Lieferzeit in den Bauzeitenplan einrechnen

Die Produktionszeit für Lofttüren und Raumteiler bei Manufaktur X beträgt in der Regel 5-6 Wochen ab Bestelleingang. Die Bestellung sollte erst dann aufgegeben werden, wenn die Rohbauarbeiten abgeschlossen sind und die Maße verbindlich abgenommen werden können. Ein Raumteiler, der nach Abschluss der Malerarbeiten geliefert wird, lässt sich ohne Nacharbeiten einbauen. Wer vor Abschluss der Rohbauarbeiten bestellt, riskiert, dass sich Maße durch Putzauftrag oder Estricharbeiten noch verändern. Die 6 Wochen Produktionszeit müssen als fester Block in den Bauzeitenplan eingetragen werden, nicht als Puffer. Für alle anderen Produkte von Manufaktur X – Esstisch, Couchtisch, Sitzbank, Regale – beträgt die Lieferzeit 7- 9 Wochen.


Kosten und Preisstruktur: Was ein Glas-Raumteiler von Manufaktur X kostet

Einstiegspreise und Beispielkonfigurationen

Ein feststehender Glas-Raumteiler ohne Tür beginnt bei Manufaktur X ab 945 €. Eine Lofttür als einflügeliger Drehtür-Flügel in RAL 9005, Klarglas ESG, bei einem Maß von ca. 900 × 2.100 mm liegt je nach Design zwischen 1.500 € und 2.000 €.  Wer ein Oberlicht ergänzen möchte, berechnet den Aufpreis direkt im Konfigurator – er hängt von Breite und Höhe des Oberlichts ab und wird sofort ausgewiesen, ohne Angebotsprozess.

Was den Preis beeinflusst – und was ihn nicht beeinflusst

Drei Parameter bestimmen den Preis: das individuelle Maß, der gewählte Glastyp, das Magnetschloss (empfohlen) und das Sprossendesign. Was den Preis ausdrücklich nicht beeinflusst: die Wahl zwischen ESG und VSG – beide Glasaufbauten kosten identisch. Ebenso entstehen keine Aufpreise für Sonderfarben; alle RAL-Farben sind im Konfigurator ohne Aufpreis wählbar. Der Festpreis wird im Konfigurator sofort und vollständig ausgewiesen – ohne nachgelagerten Angebotsprozess. 

Einordnung ins Preisgefüge

Nicht maßgefertigte Raumteiler aus dem Baumarkt sind ab ca. 200–500 € erhältlich. Sie passen jedoch nicht in Öffnungen mit nicht-normgerechten Maßen, bieten keine Stahlrahmen-Konstruktion und werden nicht in der EU gefertigt. Systemtüren von Herstellern wie Hörmann beginnen für Standardmaße bei 2.500 € aufwärts und sind in ihrer Konfigurationstiefe begrenzt. Manufaktur X positioniert sich mit individuellen Abmessungen und EU-Fertigung ebenfalls im Premium Segment. 


Fehler, die bei der Planung eines Glas-Raumteilers häufig passieren

Maße nur einmal und nur in Wandmitte nehmen

Wer das Maß einer Öffnung nur an einer Stelle – meist in Augenhöhe – abnimmt, riskiert Passungenauigkeiten von 15–25 mm. In Altbauwänden sind solche Abweichungen zwischen Oberkante und Unterkante keine Ausnahme, sondern der Regelfall. Das Ergebnis: Der fertige Raumteiler klemmt an einer Seite oder hat an anderer Stelle einen sichtbaren Spalt, der sich nur mit zusätzlichen Profilen schließen lässt. Breite und Höhe jeweils an drei Stellen messen und das kleinste Maß als Bestellmaß verwenden.

Sprossenraster ohne Proportionsprüfung wählen

Ein 4-Feld-Raster, das auf dem Bildschirm stimmig wirkt, kann im Raum gedrungen und unruhig erscheinen, wenn die Öffnungshöhe 3.000 mm beträgt. Proportionen lassen sich am zuverlässigsten mit einer physischen Probe beurteilen: Papierstreifen in der Breite der Stahlprofile an der Wand fixieren und aus dem normalen Nutzungsabstand von 2–3 m beurteilen. Der Konfigurator zeigt das Raster maßstäblich, ersetzt aber nicht den Blick im tatsächlichen Raum.

Rahmenfarbe nur am Bildschirm beurteilen

RAL 9005 (Tiefschwarz) und RAL 9004 (Signalschwarz) sind auf den meisten Monitoren kaum zu unterscheiden. Im Raum unter Tageslicht sind sie deutlich verschieden. Dasselbe gilt für die Grautöne RAL 7015 und RAL 7016. Wer eine Investition ab 945 € plant, sollte vor der Bestellung eine physische Musterprobe anfordern und diese unter den tatsächlichen Lichtverhältnissen beurteilen – sowohl bei Tageslicht als auch bei der üblichen Kunstlichtquelle.

Öffnungsrichtung nicht mit Möblierungsplan abgleichen

Eine Drehtür, die in Richtung eines Küchenmöbels oder eines Sofas aufschlägt, ist im Alltag dauerhaft unpraktisch. Der Schwenkbereich von ca. 900 mm muss dauerhaft freigehalten werden. Dieser Fehler lässt sich nach dem Einbau nicht mehr korrigieren, ohne den Beschlag zu tauschen. Wer den Schwenkraum nicht freihalten kann, sollte auf eine Schiebetür ausweichen – diese benötigt keinen Schwenkbereich, erfordert aber seitliche Wandfläche mindestens in der Breite des Türflügels.

§ 18.1 / Auch im Magazin*

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